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Kindergarten St. Michael in Großweingarten
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Geschichte:
Bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand in Großweingarten auf Initiative der NS- Volkswohlfahrt e.V. ein Kindergarten der zwei Gruppen aufnehmen konnte. Bei der Einweihung im Jahr 1939 wurde er von der Presse als einer der schönsten Kindertagesstätten im ganzen Frankenland hervorgehoben, da er für die damaligen Verhältnisse beachtenswerte hygienische Voraussetzungen, wie Spülkosetts und einen großzügig gestaltenden Waschraum anzubieten hatte. Die Räume waren mit Zentralheizung ausgestattet, was damals auch als besonderer Luxus einzustufen war.
Nach Beendigung des Krieges war kein Kindergartenbetrieb mehr möglich, da sich die Amerikaner in die vorhandenen Räume einquartierten. Später wurden das gesamte Gebäude zu Wohnzwecken umfunktioniert. Aufgrund der Vertreibung im Osten suchten viele Neubürger in Großweingarten Wohnraum. Auch der ehemalige Pfarrer Franz Xaver Koller lebte in einer der neu geschaffenen Wohnungen und verbrachte dort von 1953 bis zu seinem Tode im Oktober 1959 seinen Ruhestand.
Heute wird das Gebäude, das von der Metzgermeistersfamilie Max Gruber erworben wurde, zu einer modernen Metzgerei umgebaut und wird seit 1.Juli 2004 entsprechend genutzt.
Anfang der 90er Jahre
wurde unter dem amtierenden Stadtpfarrer Alfred Rottler die Idee geboren, in Großweingarten wieder einen Kindergarten entstehen zu lassen, da der Bedarf unübersehbar war und zudem durch eine Unterschriftenaktion gestützt und begründet wurde.
Nun galt es ein geeignetes Grundstück für einen Neubau zu finden, da sich das vorhandene Gebäude, nach Überzeugung sowohl des Bauträgers, als auch des planenden Architekten als ungeeignet erwiesen hatte.
Im April 1993 konnte durch das bischöfliche Ordinariat ein Grundstück von 2000qm Fläche für die Pfarrgemeinde Großweingarten erworben werden. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung einigten sich darauf, ein Gebäude zu errichten, in dem nicht nur ein zweigruppiger Kindergarten, sondern auch ein Pfarrheim Platz finden soll. Bereits Anfang 1994 konnte mit dem Bau begonnen werden.
Dank der engagierten Eigenleistungen der Großweingarter und der beauftragten Firmen, konnte das Gebäude bereits im September 1995 fertiggestellt werden und fortan für Kinder und Eltern genutzt werden. Schon bei der Grundsteinlegung am 17. Juni 1994 feierlich umrahmt durch den Gesangverein Großweingarten, gab man dem Gebäude den Namen "St. Michael".
Für die Eigenständigkeit der dörflichen Gemeinde stellt der Bau des Kindergartens mit dem angegliederten Pfarrheim eine Stärkung und Chance dar, um sich pastoral zu engagieren und bietet Raum für die kirchliche Gruppenarbeit und Vereinsabende.
"Viele kleine Leute
an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Schritte tun
können das Gesicht der Welt verändern."
So heißt ein Lied, das aus einem afrikanischen Sprichwort entstanden ist:
Für "viele kleine Leute" wurde den Kindergarten gebaut. Er trägt den Namen der Pfarrgemeinde St. Michael. Die Namensgebung allein macht schon die Verbindung mit der Pfarrgemeinde St. Michael deutlich. So können wir zuversichtlich hoffen, dass wir allmählich und
"mit kleinen Schritten" am Pfarreileben teilnehmen dürfen. Im Kindergarten erlebt ein Kind in der Regel die erste außerfamiliäre Gemeinschaft. Ohne Vater und Mutter, meist auch ohne Geschwister soll es sich im "fremden Haus" zurechtfinden. In zwei Gruppen versuchen die Kinder hier heimisch zu werden. Eine Gruppe nennt sich "Schneckengruppe", die andere heißt "Regenbogengruppe".
Wie wir auf diese Namen kamen?
Nun ich denke die Schnecke kann uns wichtige Dinge sagen, die sich auf Kinder gut übertragen lassen. Die langsame Fortbewegung der Schnecke mahnt uns: "...lass mir Zeit." Geben wir unseren Kindern Zeit sich zu entwickeln, und lassen wir das Kind entscheiden, in welchem Tempo das nächste Ziel erreicht wird. Beispielhaft ist auch, dass die Schnecke ihr Haus mit sich herumträgt. Unsere Kinder bringen auch alle ihre Erfahrungen und Begegnungen von zuhause mit in den Kindergarten. Die Neugierde eines Kindes und das Ausstrecken der Fühler ließen sich miteinander vergleichen.
Und so wie die Schnecke Ruhe braucht und sich zurückzieht, müssen auch unsere Kinder Plätze finden, die einen Reifungsprozess zulassen.
Zur Regenbogengruppe: Von außen stürzen viele Reize auf unsere Kinder ein: Eine Flut von Musik, Fernsehsendungen, Bilder Geräusche usw. ...
Davor kann man sein Kind nicht gänzlich bewahren. Wenn es jedoch gelingt, die SONNE ins Spiel zu bringen, dann entsteht der bunte Regenbogen.
Ich meine: Wenn wir aus all den Angeboten herausfiltern, was unseren Kindern nützt, dann sind die breitgefächerten Möglichkeiten nicht mehr bedrohlich, sondern Hilfe. Der Kindergarten erhält die kirchliche Segnung. Dankbar wollen wir sein, für das schöne, fertiggestellte Haus. Auf Gottes Hilfe vertrauen wir in unserer Arbeit mit den Kindern.
Rita Maurer Kindergartenleiterin am Erntedankfest 1995 zu Einweihung des Kindergartens
Das Freigelände des Kindergarten Großweingarten verfügt über ein Sonnendach, ein bemerkenswertes Konstrukt, das in seiner Art einzigartig ist.
Dieses Projekt entstand auf Anregung von Leitung und Elternschaft des Kindergartens, da der Sandspielplatz bis dato keinerlei Beschattung bot und die spielenden Kinder durch die UV-Strahlung der Sonne gefährdet waren. Der in Steinfurt bei Spalt lebende Künstler Reiner Hofmann, selbst Teil der damaligen Elternschaft des Kindergartens, erstellte dazu ein neuartiges Konzept einer Art solar-hydraulischer Markise inklusive Traggestell in Anlehnung an die Form eines Baumes mit Blätterdach.
Das Sonnendach des Kindergarten St. Michael wurde im Sommer 2002 unter Leitung von Reiner Hofmann und mit tatkräftiger Unterstützung der Elternschaft und lokaler und regionaler Sponsoren realisiert.
Seit dem wird es von den Kindern im gesamten Jahreslauf aktiv und gerne genutzt. Als Nebeneffekt konnte die Naturwahrnehmung der Kinder von St. Michael (welches Wetter ist heute, wo steht die Sonne, wie läuft sie über den Himmel, usw.) durch das Sonnendach sensibilisiert und gefördert werden. |
Weitere Informationen und die Sponsorenliste finden Sie hier
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Der zeitgenössische- und ortsansässige Künstler Roland Sattler wurde beauftragt das Eingangsportal mit der Darstellung des Heiligen Michael Namenspatron und Namensgeber auszuschmücken.
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Der Kindergarten feiert zehnten Geburtstag
Am 25. September 2005 konnte der Kindergarten Großweingarten im Rahmen des gleichzeitig stattfindenden Pfarrfestes seinen zehnten Geburtstag feiern. Das klingt zwar nun nicht nach gerade viel, doch das kleine Jubiläum ist dennoch etwas besonderes.
Und zwar nicht nur, weil mit der Einweihung ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung ging und dem Spalter Ortsteil ein Stück Selbsbewusstsein zurückgab.
Dass im Kindergarten schon immer außergewöhnliches geleistet wurde und wird, beweist ein Blick in die Geschichte der Einrichtung. Wie sonst könnte sich die Verleihung des "Felix"-Preises für herausragendes musikalisches Engagement, ein Sonnendach, das zugleich ein Kunstwerk ist oder der originale Michael-Engel im Flur erklären lassen? Dabei ist der Ansatz der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen um Leiterin Rita Maurer denkbar einfach: "Wir sind in erster Linie für die Kinder da und wollen ihre Bedürfnisse suchen, finden und befriedigen", erklärt die Leiterin und verweist dabei auf das christliche Menschenbild, das hinter dem pädagogischen Konzept steht. Was die Kleinen in den zwei Gruppen aber primär davon merken, ist, dass sie herzlich aufgenommen sind.
In vielfältigen Angeboten aus dem musikalischen, religionspädagogischen, sportlichen oder hauswirtschaftlichen Bereichen, werden die Interessen und Neigungen der Kinder gefördert. Einmal in der Woche können die Jungen und Mädchen Wünsche einbringen und das Leben im Kindergarten ein Stück weit mitgestalten.
Aus Anlass des Jubiläums konnten viele Besucher mit einem Tag der Offenen Tür Einblick in das Kindergartenleben gewinnen.
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